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Komm, ich erzähle dir eine Geschichte…

Heute möchte ich euch eine Geschichte aus dem Talmud vorstellen, die sinnbildlich für eure Veränderung steht und die Blockaden, die ihr verspürt, weshalb ihr oft keine berufliche Veränderung zulassen könnt.

Viele von euch verbringen deshalb Jahre in einem Job (nicht immer in der gleichen Firma), der sie nicht erfüllt oder der ihnen kein Spaß bereitet, nur weil sie Angst davor haben, sich ihren Blockaden zu stellen.

Die Geschichte über einen Portier in einem Haus, der dachte, dass er nix anderes kann und dann über Umwege seine Berufung fand.

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Im gesamten Dorf gab es keinen Beruf, der schlechter bezahlt und angesehen war als der des Portiers … Aber was hätte dieser Mann sonst tun sollen?

Fakt war, dass er nie schreiben oder lesen gelernt und auch nie eine andere Tätigkeit oder einen anderen Beruf ausgeübt hatte. Er war zu dem Posten gekommen, weil auch schon sein Vater Portier des Hauses gewesen war und vor ihm dessen Vater.

Jahrzehntelang war das Haus von den Händen der Väter in die Hände der Söhne übergegangen und so auch der Posten des Portiers.

Eines Tages starb der alte Hausbesitzer und ein ehrgeiziger, kreativer junger Mann mit Unternehmergeist wurde zum neuen Geschäftsführer ernannt. Der Junge hatte vor, den Laden zu modernisieren.

Er renovierte alle Bereiche und bestellte anschließend die Belegschaft zu sich, um sie neu einzuweisen.

Dem Portier sagte er: „Ab heute werden Sie neben Ihrer Arbeit an der Tür jede Woche einen Bericht für mich schreiben. Darin notieren Sie die Anzahl der Personen, die uns Tag für Tag besuchen. Jede fünfte Person fragen Sie, wie es mit seiner Bewirtung zufrieden war und ob er Vorschläge zur Verbesserung hat.  Einmal pro Woche legen Sie mir diesen Bericht mit Ihrer Auswertung vor.“

Der Portier zitterte. Noch niemals hatte es ihm an Arbeitswillen gemangelt, jedoch…

„So gern ich Ihnen diesen Wunsch auch erfüllen würde“, strammelte er, „aber ich … ich kann weder lesen noch schreiben.“

„Oh, das ist bedauerlich. Sie werden verstehen, dass ich mir allein güt diese Tätigkeit keinen zusätzlichen Angestellten leisten kann und genausowenig kann ich von Ihnen verlangen, dass Sie schreiben lernen, daher…“

„Aber, Herr Geschäftsführer, Sie können mich nicht einfach auf die Straße setzen. Ich habe mein ganzes Leben lang hier gearbeitet, genau wie vor mir mein Vater und mein Großvater…“

Der Geschäftsführer ließ ihn gar nicht ausreden. „Ich verstehe Sie ja, aber ich kann leider nichts für Sie tun. Natürlich bekommen Sie eine Abfindung, das heißt, eine Summe, die Ihnen hilft, über die Runden zu kommen, bis Sie eine neue Stelle gefunden haben. Es tut mir sehr leid. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“

Und ohne ein weiteres Wort kehrte er ihm den Rücken zu und ging.

Für den Mann brach eine Welt zusammen. Nie hätte er sich träumen lassen, je in eine solche Situation zu geraten. Er kam nach Hause und war das erste Mal in seinem Leben arbeitslos. Was sollte er tun?

Er erinnerte sich daran, wie er manchmal im Haus, wenn etwas kaputt gegangen war, er diese provisorisch mit Hammer und Nagel reparierte.

Das könnte eine vorübergehende Beschäftigung für ihn sein, bis ihm jemand eine neue Stelle anbot.

Im ganzen Haus suchte er nach geeignetem Werkzeug, fand aber nur ein paar rostige Nägel und eine schartige Zange. Er musste einen kompletten Werkzeugkasten anschaffen und dafür würde er einen Teil seiner Abfindung einsetzen.

Kurz vor der Haustür viel ihm ein, dass es in seinem Dorf gar keine Eisenwarenhandlung gab und dass er einen zweitägigen Ritt auf seinem Maultier auf sich nehmen musste, um in das Dorf zu gelangen, in dem es seine Einkäufe tätigen konnte.

Bei seiner Rückkehr trug er einen wunderbar sortierten Werkzeugkoffer bei sich. Er hatte sich die Stiefel noch nicht ausgezogen, da klingelte es an seiner Haustür. Es war sein Nachbar.

„Ich wollte fragen, ob Sie nicht einen Hammer hätten, den Sie mir eventuell leihen können?“

„Nun, ich habe mir gerade einen gekauft, aber den brauch ich selbst, damit ich arbeiten kann, ich habe nämlich meine Stelle verloren.“

„Ich verstehe, aber ich würde ihn gleich morgen früh zurückbringen.“

„Also gut.“

Am nächsten Morgen klingelte der Nachbar wie versprochen an der Tür.

„Hören Sie, ich bräuchte den Hammer noch. Könnten Sie ihn mir nicht verkaufen?“

„Nein, ich brauche ihn selbst, für meine Arbeit, und außerdem ist die nächste Eisenwarenhandlung zwei Tagesreisen mit dem Maultier entfernt.“

„Vielleicht kommen wir ins Geschäft.“ Sagte der Nachbar. „Ich zahle Ihnen die zwei Tage An- und Abreise plus den Preis für den Hammer. Sie sind doch arbeitslos und haben die nötige Zeit. Was halten Sie davon?“

Er machte sich klar, dass das vier Tage Beschäftigung bedeutete – und nahm den Auftrag an. Bei seiner Rückkehr wartete ein anderer Nachbar vor seiner Tür.

„Hallo, Herr Nachbar, Sie haben doch unserem Freund einen Hammer geliehen“

„Ja…“

„Ich brauch ein paar Werkzeuge. Ich bin bereit, Ihnen vier Tagesreisen und eine kleine Gewinnspanne für jedes einzelne Stück zu zahlen. Denn es liegt ja in der Hand, dass nicht jeder von uns vier Tage Zeit zum Einkaufen hat.“

Der ehemalige Portier öffnete seinen Werkzeugkasten und sein Nachbar suchte sich eine Schraubenzwinge, einen Schraubenzieher, einen Hammer und einen Meißel heraus. Er zahlte und ging.

Nicht jeder von uns hat vier Tage Zeit zum Einkaufen“ , die Worte klangen ihm noch im Ohr.

Wenn das so war, könnte es noch viele andere Menschen geben, denen daran gelegen war, dass er sich auf die Reise machte, um Werkzeuge einzukaufen.

Bei seiner nächsten Reise beschloss er, einen Teil seiner Abfindungssumme zu investieren und noch mehr Werkzeuge zu erwerben, als er bereits verkauft hatte. So könnte er Reisezeit einsparen.

Es sprach sich bald im Viertel herum und immer mehr Nachbarn beschlossen, nicht mehr selbst zum Einkaufen ins Nachbardorf zu gehen.

Einmal pro Woche machte sich der frischgebackene Werkzeugverkäufer auf die Reise, um Einkäufe für seine Kunden zu erledigen. Dann wurde ihm klar, dass er, wenn er einen Ruam fände, in dem er seine Werkzeuge lagern könnte, noch mehr Reisen einsparen und so noch mehr Geld verdienen würde. Also mietete er einen Laden an.

Er vergrößerte den Geschäftseingang und ein paar Wochen später fügte er einen Lagerraum hinzu. Auf diese Weise wurde der Laden die erste Eisenwarenhandlung im Dorf.

Alle waren zufrieden und kauften bei ihm ein. Jetzt brauchte er nicht mehr zu reisen: Die Eisenwarenhandlung im Nachbardorf lieferte seine Bestellungen an, denn er war ein gtuer Geschäftspartner.

Mit der Zeit beschlossen alle Kunden in den umliegenden kleinen Dörfern, ihre Eisenwaren bei ihm zu kaufen und somit die zwei Tagesreisen einzusparen.

Irgendwann hatte er die Idee, dass sein Freund, der Schmied, ihm die Hammerköpfe anfertigen könnte. Und dann, warum nicht?, auch die Zangen, Zwingen und Meißel und später kamen noch Schrauben und Nägel hinzu.

Um die Geschichte abzukürzen: Innerhalb von zehn Jahren hatte es dieser Mann durch Aufrichtigkeit und Fleiß zum millionenschweren Eisenwarenproduzenten gebraucht und war zum einflussreichsten Unternehmer der Region geworden.

So einflussreich war er, dass er eines Tages zu Beginn des Schuljahres beschloss, seinem Dorf eine Schule zu stiften. Neben Lesen und Schreiben unterrichtete man dort die Künste und lehrte die nützlichsten Handwerksberufe.

Der Bürgermeister und der Gemeindevorsteher organisierten ein großes Fest zur Schuleinweihung und ein offizielles Abendessen zu Ehren ihres Stifters.

Beim Nachtisch überreichte der Gemeindevorstand die Stadtschlüssel und der Bürgermeister umarmte ihn und sagte: „Voller Stolz und Dankbarkeit bitten wir Sie, und die Ehre zu erweisen und sich auf der ersten Seite des Goldenen Buchs der neuen Schule einzutragen.“

„Die Ehre wäre ganz auf meiner Seite“, sagte der Mann. „Nichts täte ich lieber, als dort zu unterzeichnen, aber leider kann ich weder lesen noch schreiben: Ich bin Analphabet.“

„Sie?“ sagte der Bürgermeister, der es nicht glauben konnte. „Sie können weder lesen noch schreiben? Sie haben ein Industrieimperium aus der Taufe gehoben, ohne lesen und schreiben zu können? Sa staune ich aber. Und frage mich, was Sie wohl erst erreicht hätten, hätten Sie lesen und schreiben gekonnt.“

„Das kann ich Ihnen sagen“, antwortete der Mann ruhig, „Hätte ich lesen und schreiben gekonnt, wäre ich noch immer Portier in einem Haus!“

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Die Moral der Geschichte ist wohl, dass jeder von uns Stärken und Fähigkeiten hat, die uns leichtfallen und anderen nicht. Wenn wir unsere Stärken und Fähigkeiten kennen und auf diese vertrauen, dann können wir das Leben führen, was für uns bestimmt ist.

Gern helfe ich euch dabei, eure Stärken und Fähigkeiten herauszufinden und dafür den für euch passenden Job zu finden.

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Eure Sabine

Bucay Jorge (2016), Quellenangabe Buch: Komm, ich erzähle dir eine Geschichte, 19. Auflage, Frankfurt am Main.

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